Maike in der Montessori-Schule


Bericht aus dem Jahr 2006




Hallo Schule ich komme!

Mein Name ist Maike und vor ein paar Wochen bin ich in die Schule gekommen. Ich gehe auf die Montessori Schule in Münster. Diese Schule arbeitet nach den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik nach ihrer Entwicklerin Maria Montessori und hat den Leitsatz: "Hilf mir es selbst zu tun." Der Standort in Münster ist ganz neu und jetzt im Sommer habe nicht nur ich, sondern die ganze Schule neu angefangen. Wir sind zur Zeit zwei Klassen mit 32 ganz verschiedenen Kindern. Neben mir gibt es fünf andere Kinder, die aus den unterschiedlichsten Gründen einen sogenannten Sonderförderbedarf haben. Aber es gibt auch Kinder mit überdurchschnittlicher Begabung und natürlich auch eine Menge Kinder irgendwo dazwischen.

Unser Unterricht wird geprägt von der sogenannten Freiarbeit. In dieser Zeit suchen wir uns unter den Anregungen unserer Lehrerinnen selbst die Lerngegenstände aus, die uns gerade interessieren. Da wir uns selbst das Thema aussuchen, ist dieses für uns gerade sehr wichtig und so arbeiten wir gerne, interessiert und konzentriert. Natürlich achten unsere Lehrerinnen darauf, das auf das gesamte Schuljahr gesehen die von der Regierung bestimmten Lerninhalte vermittelt werden. Die Lehrerinnen sehen sich im Sinne von Maria Montessori als Beobachter und Helfer und sind nicht in erster Linie Wissensvermittler. So kann jedes Kind sein Tempo selbst bestimmen. Für uns Kinder mit Sonderförderbedarf gibt es zusätzlich zu den übrigen Lehrern noch eine Förderschullehrerin, die uns in kleinen Gruppen (ganz unterschiedlich gemischt, auch durchaus mit Kindern ohne Sonderförderbedarf) noch mal intensiv verschiedene Dinge vermittelt.

Unser Schultag beginnt morgens zwischen 7.45 Uhr und 8.30 Uhr. In dieser Zeit können wir ganz in Ruhe ankommen und uns auf die Arbeit einstellen. Da wir aus den unterschiedlichsten Gebieten von Münster und Umgebung kommen (ich komme aus Havixbeck), hat das noch den Vorteil das man öffentliche Verkehrsmittel nutzen kann. Unsere Eltern bringen uns nämlich alle selbst zur Schule, es gibt keinen Fahrdienst oder Schulbus. Der Unterricht geht an zwei Tagen in der Woche bis um 14.00 Uhr und an drei Tagen bis um 15.30 Uhr.

Die Pausen verbringen wir zur Zeit noch auf nahegelegenen Spielplätzen, da unser Schulhof noch nicht fertiggestellt ist. Wir werden von unseren Lehrerinnen begleitet und können uns richtig austoben. Aber auch in unserer Schule bleibt neben den Klassenräumen noch genug Platz um sich zu beschäftigen. Es gibt eine Bibliothek, einen Ruheraum und einen Arbeits/Bewegungsraum die von uns genutzt werden. Für den Sportunterricht fahren wir mit dem Bus in eine nahegelegene Schulsporthalle. Da die Erwachsenen aus der Gründungsinitiative erst sehr kurz vor Beginn des Schuljahres diese Räumlichkeiten mit viel Glück gefunden haben, sind unsere Küche und der Essensraum noch nicht ganz fertig. Zur Zeit bekommen wir unser Essen noch geliefert und essen im Arbeitsraum, was sich aber nach den Herbstferien ändern wird.

Unsere Lehrerinnen und unsere Eltern stehen in regelmäßigem Kontakt. So können wir auch zu Hause gemäß unseres Entwicklungstandes von unseren Eltern unterstützt werden und wenn wir wollen noch etwas weiterarbeiten. Klassische Hausaufgaben bekommen wir nicht auf.

Für die Eltern gibt es bei uns in der Schule auch noch einiges zu tun. An den Renovierungsarbeiten haben sie sich beteiligt und müssen es auch weiter tun. Neben den Schulstunden gibt es Angebote von Eltern (z.B. Bewegung zur Musik) und auch Reinigungs- und Wartungsarbeiten müssen übernommen werden.

In so einer neuen Schule gibt es einiges was noch improvisiert wird, aber alle geben sich riesige Mühe, haben gute Laune und wir zusammen viel Spaß.

Ich gehe gerne zur Schule.

Es grüßt Maike

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Letzte Aktualisierung 12.11.2007
Durch Andrea Giebeler
E-Mail: andrea_giebeler@gmx.de